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Über  den Autor Jürgen Nott

Über den Autor Jürgen Nott

Herzlich Willkommen bei “New York City Insights” mit den Themen: Financials, Politics, Trends and Swings”. Ich lebe seit 10 Jahren mit meiner Familie in den USA und verantworte neben Christiane Wenzel die Geschäftsführung von Infinigon. Durch meine Präsenz in den USA ist Infinigon am Puls der Wirtschaftsmacht USA und damit mittendrin statt nur dabei.

Ich werde versuchen, in diesem Blog regelmäßig interessante und hoffentlich auch außergewöhnliche Sichtweisen mitzuteilen, die ich durch mein Netzwerk, auf meinen Touren zu CLO-Managern und Marktteilnehmern oder einfach auf den Straßen New York’s aufgreife. Viel Spaß beim Lesen!

Warum steht die amerikanische Politik still?

Warum steht die amerikanische Politik still?

Es ist kaum zu glauben aber trotz aller Bemühungen von Donald Trump (und bemüht sich aufrichtig) das Amt wieder loszuwerden, er muss weiter Präsident bleiben. Die letzten Tage habe ich wahllos Gesprächspartner in New York City aber auch auf ländlichen Gebieten darauf angesprochen, wie das sein kann. Vom berühmten Taxifahrergespräch – der, wie sich rausstellte, mit einer Deutschen verheiratet ist und entsetzt und mit Sorge um seine Kinder auf Washington blickt – bis zum Manager globaler Unternehmen.

Es gibt in Tat drei Lager. Demokraten, oder auch die Amerikaner die eine intellektuellere Sichtweise haben, sehen die Chance bei den Senatswahlen überwältigend zu gewinnen um dann alles zu blockieren, wie es die Republikaner mit Obama gemacht haben. Die Demokraten sehen ein Impeachment, und damit die Ernennung von Mike Pence zum Präsidenten kritisch, insbesondere weil dann wieder ein Profi ins Weiße Haus einziehen würde, der weiß wie das Spiel läuft.Dann gibt es die Trump Basis die überzeugt davon sind, das Trump alles versucht um “America great again” zu machen. Daran aber von allen gehindert wird aus politisch motiviertem Neid bis hin zu Verschwörungstheorien. Dann gibt es noch die Republikaner, die glauben, dass der durch Trump verursachte Schaden aktuell so groß ist, dass sie bei den anstehenden Senatswahlen untergehen werden und dennoch die Hoffnung nicht aufgeben, das es doch noch irgendwie alles gut wird.

Ich bleibe bei meiner schon vor Monaten formulierten Meinung: das aktuelle politische Risiko durch Donald Trump und die damit verbundene Gefahr für die globalisierte Wirtschaft, die das Wachstum der letzten Jahrzehnte erst möglich gemacht hat, wird massiv unterschätzt durch den unerschütterlichen Glauben daran, dass Aktienmärkte „long term“ nur nach oben gehen können. Ob das dann auch noch gilt, wenn nach der Industrierevolution 4.0 nur noch eine Hand voll Firmen den Großteil des Bruttoinlandsprodukts erwirtschaften kann, kann durchaus kritisch gesehen werden. Wenn es dann auch vielleicht auch keine Notenbanken mehr gibt, die den „Put“ stellen können das es dann vielleicht den klassischen Geldumlauf und die klassische Versorgung der Wirtschaft mit Kapital nicht mehr gibt… Food for thoughts!

Über  den Autor Jürgen Nott

Über den Autor Jürgen Nott

Herzlich Willkommen bei “New York City Insights” mit den Themen: Financials, Politics, Trends and Swings”. Ich lebe seit 10 Jahren mit meiner Familie in den USA und verantworte neben Christiane Wenzel die Geschäftsführung von Infinigon. Durch meine Präsenz in den USA ist Infinigon am Puls der Wirtschaftsmacht USA und damit mittendrin statt nur dabei.

Ich werde versuchen, in diesem Blog regelmäßig interessante und hoffentlich auch außergewöhnliche Sichtweisen mitzuteilen, die ich durch mein Netzwerk, auf meinen Touren zu CLO-Managern und Marktteilnehmern oder einfach auf den Straßen New York’s aufgreife. Viel Spaß beim Lesen!

Warum die USA zum Wachstum verdammt sind…

Warum die USA zum Wachstum verdammt sind…

Das Leben in den USA ist extrem teuer. Angefangen bei Grundnahrungsmitteln, die in etwa Schweizer Preise haben: ein Liter Milch 2 USD, ein Pfund Joghurt 4 USD, Fleisch zwischen 20-40 USD/kg. Dann kommen Schulgebühren, 20 – 40fach höhere Grundsteuern als in Deutschland, hohe Strompreise, Studiengebühren und insbesondere Wohnen dazu. Entweder der durchschnittliche Amerikaner ist hoch verschuldet und zahlt für seinen Hypothekenkredit ca. 2 – 2.5% mehr Zinsen als der Deutsche und bis zu 20 % für seine Kreditkartenschulden. Oder er zahlt Mieten, die bei ca. 1000 – 2000 USD für ein einfachstes Haus/Wohnung liegen. Natürlich nicht in einer größeren Stadt, hier liegen die Preise bis zu 10fach höher. Nein, diese 1000 – 2000 USD zahlt man auf dem Land, im Einzugsbereich einer Metropole – inkl. bis zu 3h pendeln täglich.

Die USA hat keine Wahl. Das lässt sich nur mit einem nachhaltig starkem Wachstum finanzieren, das auch dem Mittelstand die Möglichkeit bietet sich nicht “arm” zu fühlen, sondern diesem das Gefühl gibt wirklich der Mittelstand zu sein.

Das Grundproblem ist allerdings nicht das allgemein niedrigere Wachstum in den westlichen Volkswirtschaften, sondern die fehlende Produktivität.

Der Ausweg scheint in der industriellen Revolution zu liegen, die bereits ihre Wirkung entfaltet: mit hohen Wachstumsraten und Unternehmensbewertungen in speziellen Bereichen, die allerdings in der Breite noch nicht angekommen sind.

Der Preis dafür wird eine gesellschaftliche Umwandlung sein, mit einer noch nie da gewesenen und nachhaltigen Arbeitslosigkeit, auf die Antworten gefunden werden müssen. Das bedingungslose Grundeinkommen wird in Silicon Valley bereits als Lösung gesehen, allerdings beantwortet es nicht die Frage, wie eine Gesellschaft mit einer Arbeitslosigkeit von 20 – 30 % funktionieren kann. Das aktuelle System und die allgemeine calvinistische Weltanschauung, das jeder erst mal für sich selbst sorgen muss, steht dem diametral entgegen. Vielleicht eine Chance für Länder wie Deutschland und Frankreich, in denen Solidarität gesellschaftlich stärker verankert ist, diese Umbrüche besser zu meistern.

Es wird im Kern darum gehen, dass nicht nur Wohlstand anders verteilt werden muss, sondern wie wir den nicht arbeitenden Menschen in unseren Gesellschaften ein sinnvolles und würdevolles Dasein ermöglichen, bzw. wie wir in dieser neuen Welt unsere Werte und Weltanschauungen an unsere Kinder weitergeben.

Wenn der Glaube Märkte versetzt…

Wenn der Glaube Märkte versetzt…

Über Jahrzehnte hat die FED und der sogenannte „Greenspan & Bernanke Put“ zu einer positiven Verzerrung der Erwartungswerte von Aktieninvestments geführt. Die alte Regel: bei Aktien kann man 100 % verlieren, galt nicht mehr da die FED die Märkte wieder “raushauen” würde. Dies hat über die Zeit zu einer neuen Realität geführt, die solange funktionieren wird, wie das Vertrauen in die Institution besteht.

Die letzten Monate hatte ich sehr viele Gespräche zu “the Donald”. Mein Eindruck ist, dass immer mehr Marktteilnehmer es als eine neue Realität ansehen, dass der Präsident die (amerikanischen) Aktienmärkte als den einzigen objektiven Gradmesser seiner Politik betrachtet.

Diesen Gedanken konsequent zu Ende gedacht, würde bedeuten dass alle politischen Entscheidungen diesem einen Ziel untergeordnet werden.
Im Gegensatz zur FED, der man als Institution und bei der Betrachtung ihrer Aufgabe einen langfristigen Horizont unterstellen kann, dauert eine Präsidentschaftsperiode 4 Jahre und Märkte denken in Quartalen – Markoff lässt grüßen.

Trump Trade und Fed Put….

Trump Trade und Fed Put….

Wer versteht denn noch was “The Donald” wirklich vorhat? Und was überhaupt so passieren wird wie Mr. President es sich vorstellt?

Er will als der größte Jobgenerator in die Geschichte der USA eingehen – bei de facto Vollbeschäftigung.
Er will eine starke chinesische Währung und einen starken EURO um Exporte aus den USA zu fördern und amerikanische Waren wettbewerbsfähiger machen. Er geht wohl davon aus, dass wenn er die USA von allen Importen abschottet, die USA trotzdem noch eifrig exportieren können. Passt irgendwie nicht zu den aktuellen Handelsströmen in denen China und Europa die Hauptpartner und weltweit größten Exporteure sind – wenn das Wort “Partner” überhaupt noch passt.

Warum interessiert ihn der USD/Yuan/Euro überhaupt noch wenn die USA mit dem Rest der Welt nichts mehr zu handeln hat?
Was, wenn der Trump Hype an der Börse weicht und Unsicherheit, Depression und das Vertrauen in die Wirtschaftspolitik, die Finanzpolitik und in die Politik an sich, ja vielleicht sogar in die Demokratie ganz verloren geht? Eine Flucht in sichere Anlagen einsetzt, Treasuries neue

Höchststände erreichen, der Dollar in den Keller taucht und der politische Wille nicht mehr da ist den FED Put zu ziehen?
Japan, Deutschland und andere Länder haben gezeigt, das Unternehmen nicht wegen der Politik sondern trotz der Politik in der Lage sind, Volkswirtschaften in Gang zu halten und erfolgreich unternehmerisch aktiv zu sein. In diesem Sinne – auch morgen geht die Sonne wieder auf und die Welt dreht sich weiter.