Marktkommentar November 2021

Kommentar vom CIO Infinigon, Christiane Wenzel

von Jürgen Nott

30. November 2021

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    Der Monat November könnte kurz mit dem Titel „Rege Emissionsaktivität trifft auf sehr unterschiedliche Nachfrage“ versehen werden.

    Als Spezialist für CLOs konnten wir die sich ergebenen Extrarenditen im November nutzen. Wie ist das möglich? Zum einen schnelle Reaktion auf Offerten. Zum anderen sind wir im täglichen Austausch mit den Banken und sehen, wenn ein CLO mit weiteren bzw. engeren Renditen angeboten wird.

    Außerdem nehmen wir durch das kontinuierliche Monitoring Veränderungen im Kreditmanagement der CLO-Manager wahr. Die punktuelle Einschätzung von Renditeaufschlägen als Extrarendite kann deshalb im täglichen internen Investmentgespräch Berücksichtigung finden.

    Der Black Friday war am CLO-Markt nicht direkt zu spüren. Er führte jedoch bei den Emittenten zu einer beschleunigten Abarbeitung der noch ausstehenden Emissionen. Gab es in den letzten Jahren am CLO-Markt Aktivitäten bis zum Weihnachtsfest, so stellt man jetzt eine frühzeitige Beruhigung fest.

    Marktkommentar vom Infinigon Portfoliomanagement

    Die Primary Aktivitäten dominierten das Marktgeschehen am Anfang des Monats. Ab Mitte des Monats spielte die Musik auf dem Sekundärmarkt. Traditionell wurde es zu Thanksgiving hin dann wieder ruhiger.

    In Europa sahen wir eine sich schrittweise reduzierende Nachfrage sowie auch, dass die Banken anfangen zum Jahresende hin die „Bücher für Neuemissionen zu machen“.  Die Spreads haben sich ausgeweitet, was wir für selektive Zukäufe genutzt haben.  Vor allem die Ratingkategorien A und BBB wurden zu attraktiven Levels gepreist.

    In den USA sahen wir weiterhin sehr hohe Aktivitäten am Primärmarkt, allerdings mit weniger Auswirkung auf die Spreads. Diese wurden eher im Sekundärmarkt leicht ausgeweitet durch das Glattstellen von Positionen zum Monats- und Jahresende

    Die Aktivitäten der Ratingagenturen waren weiterhin moderat. Es gab vereinzelte Ratingverbesserungen von CLO-Tranchen, sowohl in Europa wie auch in den USA.

    CLO-Rendite

    Die Sekundärmarkt CLO-Spreads bleiben weiterhin enger im Vergleich zu Primary. Die durchschnittlichen Renditen pro Ratingkategorie waren wie folgt:

    Trading-Aktivitäten

    Die Sekundärmärke waren seit Anfang November moderat, haben sich jedoch in Richtung Thanksgiving in der dritten Novemberwoche erhöht, dabei waren die CLO-Tranchen mit kürzerer Duration sowohl über Par als auch die, die etwas Konvexität anbieten, am beliebtesten.

    CLO-Neuemissionen und Refinanzierungen

    Die Neuemissionen in Europa haben eine weitere Rekordhöhe erreicht – YTD über 35 Mrd. Euro. Im November haben 12 CLO-Neuemissionen mit ca. 5,1 Mrd. Euro, 4 Resets mit 1,9 Mrd. Eur. und 3 Refinanzierungen mit 1 Mrd. Eur. gepreist. Seit Jahresanfang gab es 88 Neuemissionen mit ca. 36,2 Mrd. Eur., 59 Refinanzierungen mit 18,2 Mrd. Eur. und 96 Resets mit 40,8 Mrd. Eur.

    In den USA gab es im November 53 CLO-Neuemissionen mit einem Volumen von ca. 26 Mrd. USD und 41 Refinanzierungen und Resets. YDT gab es 351 Neuemissionen mit $ ca.173 Mrd., 10 Re-Issue mit 4,6 Mrd. USD, 271 Refinanzierungen mit ca. 103 Mrd. USD und 248 Resets mit ca. $129 Mrd.

    CLO Besicherungspools (besicherte Unternehmenskredite)

    Die Kreditmärkte sind im November leicht negativ gelaufen bei positivem „total return“. Ausschlaggebend war die Omikron-Variante und die damit verbundene Unsicherheit. Die Umpositionierung von Portfolien, auch im Hinblick auf das Jahresende hat für Volatilität gesorgt. Umschichtungen weg von zyklischeren Industrien sowie potenziell schwächeren Namen haben die Performance leicht negativ beeinflusst.

    Der Euro Kreditpreisindex zeigt eine leicht negative Performance für November ca. -0,076% und YTD +1,13% (S&P ELLI). In den USA beträgt die Veränderung im Oktober 2021 ca. -0,41% (S&P LSTA) und YTD +1,99%.

    Der Total Return Index im November war dabei Positiv mit +0,22% in Europa und negativ mit – 0,14% in den USA.

    nott’s notes

    Jürgen Nott, CEO von Infinigon, lebt und arbeitet seit 2005 in New York City und findet im Alltag von „Big Apple“ immer wieder überraschende Parallelen zur Makro-Ökonomie, über die er hier berichtet.

    Jürgen Nott, CEO von Infinigon, lebt und arbeitet seit 2005 in New York City und findet im Alltag von „Big Apple“ immer wieder überraschende Parallelen zur Makro-Ökonomie, über die er hier berichtet.

    Joe Biden – unbeliebter Präsident mit beliebter Agenda

    Joe Biden eine Agenda, die der Mehrheit der Amerikaner einleuchtet und auch deren Alltag positiv beeinflussen sollte. Dennoch ist nach Umfragen die Mehrheit der Amerikaner nicht zufrieden mit ihm.

    Joe Biden hat sein Konjunkturpaket in Höhe von 2 Billionen USD (auf die nächsten 10 Jahre) durch den Kongress bekommen. Nun muss die Hürde des Senats genommen werden, bei dem die Verteilung 50:50 steht und die Demokraten nur durch die Stimme von Vice President Kamela Harris eine Mehrheit erzielen können.

    Damit müssen alle Demokraten im Senat dafür stimmen, was alles aktuell alles andere als wahrscheinlich ist.

    Im Grunde hat Joe Biden eine Agenda, die der Mehrheit der Amerikaner einleuchtet und auch deren Alltag positiv beeinflussen sollte. Dennoch sind nach Umfragen die Mehrheit der Amerikaner nicht zufrieden mit Biden, da er sich aus deren Sicht nicht um die dringendsten Probleme der Amerikaner kümmert.

    Hier liegt das Problem; Joe Biden läuft die Zeit davon, da er bereits nächstes Jahr die Mehrheit im Senat verlieren kann und damit zum „lame duck“ würde, also kein größeres Vorhaben mehr durchsetzen kann, sollte die gegenseitige Blockadehaltung der Parteien weitergehen.

    Auf der anderen Seite ist Biden ein Poltikfuchs und er weiß auch was am meisten zählt ist die Performance vor der Wahl – aber ohne Mehrheit im Senat wird es nicht einfach in 3 Jahren gut dazustehen. Da gilt die amerikanische Sicht – wer nichts hinbekommt ist ein Verlierer – erst recht, wenn er Präsident ist.

    Aus New York kann ich noch berichten, dass gekauft, gekauft und gekauft wird… bisher kannte ich Schlangen nur vor irgendwelchen Neueinführungen von Produkten und Räumungsverkäufen, jetzt warten Kaufwillige auf der 5th Avenue bereitwillig auf Einlass bei LEGO, COACH, H&M, und Restaurants sowieso…. Weihnachtsbäume werden Mangelware und das bei 30-40% höheren Preisen als 2020…

    In diesem Sinne, lassen Sie sich vom Preisanstieg nicht die Weihnachtstage verderben, vielleicht war es ja ein Schnäppchen – wenn Sie in einem Jahr zurückblicken…

    Quellen: Moody’s, S&P, Morgan Stanley, Citi, JP Morgan, Deutsche Bank, Bloomberg, Bank of America
    Die enthaltenen Aussagen zur Marktlage stellen unsere eigene Ansicht der geschilderten Umstände dar. Hiermit ist weder eine Allgemeingültigkeit noch eine Anlageberatung oder -empfehlung verbunden.
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