CLO Markt Aktuell – 31.08.2021

Infinigon Portfoliomanagement Kommentar zur aktuellen Marktsituation

von Jürgen Nott

31. August 2021

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    In Europa war es im August, wie die letzten Jahre auch, eher ruhiger. Es gab kaum Neuemissionen und Refinanzierungen sowie auch sehr wenig vereinzelte Auktionen. Wir erwarten im September ein Anziehen der Aktivitäten.

    In den USA dagegen hatten die Banken versucht möglichst viele Neuemissionen noch im August zu preisen, damit es im September mehr Platz für Refinanzierungen und Resets gibt. Dies führte zu einem Neuemissionsrekord.

    Die Aktivitäten der Ratingagenturen haben sich ebenfalls in Grenzen gehalten. Der Trend von Heraufstufungen einzelner CLO-Tranchen setzte sich fort.

    Die Performance der Fonds war im August neutral bis positiv.

    CLO-Rendite

    Die CLO-Renditen haben sich im August kaum bewegt. Es gab eine leichte Ausweitung der Spreads von AAA- CLOs im US-Markt als Folge des Angebots durch die hohe Neuemissionsaktivität.

    Die durchschnittlichen Renditen pro Ratingkategorie waren wie folgt:

    Trading-Aktivitäten

    Die Sekundärmarktaktivitäten waren moderat. In Europa war der Sekundärmarkt in Einklang mit dem Primärmarkt auch relativ ruhig. In den USA waren die Investoren eher auf Primary konzentriert.

    CLO-Neuemissionen und Refinanzierungen

    In Europa wurden nur 4 CLO-Neuemissionen mit ca. 1,6 Mrd. Euro gepreist, dabei keine Resets oder Refinanzierungen. Seit Jahresanfang liegt dabei die Anzahl an Neuemissionen bei 53 Transaktionen mit 21,5 Mrd. Eur., 14,3 Mrd. Eur. an Refinanzierungen und 33,9 Mrd. Eur. an Resets.

    In den USA gab es 32 CLO Neuemissionen mit einem Volumen von 17 Mrd. USD und 34 Re-Issue/ Refinanzierungen / Resets mit insgesamt ca. 17,45 Mrd. USD. YDT gab es 224 Neuemissionen mit $ ca.110 Mrd., 8 Re-Issue, 207 Refinanzierungen und 168 Resets mit insgesamt ca. $170 Mrd.

    Sowohl in Europa, als auch in den USA erwarten wir viele weitere Neuemissionen und Refinanzierungen für September.

    CLO-Besicherungspools (besicherte Unternehmenskredite)

    Die Kreditmärkte sind im August positiv gelaufen. Aufgrund hoher Nachfrage in den USA (mehrere Neuemissionen) war der Loan-Markt positiv.

    Der Euro Kreditindex zeigt eine leicht negative Performance für August ca. +0,2% und YTD +1,3% (S&P ELLI). In den USA beträgt die Veränderung im August 2021 ca. +0,22% (S&P LSTA) und YTD +2,1%.

    Quellen: Moody’s, S&P, Morgan Stanley, Citi, JP Morgan, Deutsche Bank, Bloomberg, Bank of America
    Die enthaltenen Aussagen zur Marktlage stellen unsere eigene Ansicht der geschilderten Umstände dar. Hiermit ist weder eine Allgemeingültigkeit noch eine Anlageberatung oder -empfehlung verbunden.

    Sprechen Sie uns an

    Nico Hofste

    Nico Hofste

    i. A. Vertrieb Infinigon GmbH

    hofste@www.infinigon-capital.com

    0211 31054166

    nott’s notes

    Jürgen Nott, CEO von Infinigon, lebt und arbeitet seit 2005 in New York City und findet im Alltag von „Big Apple“ immer wieder überraschende Parallelen zur Makro-Ökonomie, über die er hier berichtet.

    Jürgen Nott, CEO von Infinigon, lebt und arbeitet seit 2005 in New York City und findet im Alltag von „Big Apple“ immer wieder überraschende Parallelen zur Makro-Ökonomie, über die er hier berichtet.

    US-Arbeitswelt 2021 – Downsizing und Micro-Unternehmen

    Ein Beitrag von Jürgen Nott, New York (CEO Infinigon)

    Das wirtschaftlich beherrschende Thema – insbesondere der letzten Wochen – war der U.S. Arbeitsmarkt. Hier gehen die Meinungen bei meinen Gesprächspartnern aus der Finanzindustrie und Wirtschaft so weit auseinander wie bei der Einschätzung der Inflation.

    Dass aktuell die Jobmaschine stottert, heißt lediglich, dass die Anzahl der Menschen in Arbeit nicht zum wirtschaftlichen Aufschwung passt. Woher kommt das Phänomen? Bei eher kurzfristiger Betrachtung werden Gründe wie noch laufende (aber jetzt auslaufende) Hilfsgelder genannt. In der Tat sind die „Stimulus Checks“ noch Anfang September in den meisten Staaten ausgezahlt worden.

    Auch die Unterstützungsgelder, z.B. aus dem Covid EIDL Programm, welche durch die SBA (Small Business Administration) an Firmen ausgezahlt werden soll, sind im Rückstand und werden noch weiter fließen (im Wesentlichen sind dies Kredite, die die Unternehmen mit einem geringen Zinssatz innerhalb von 30 Jahren zurückzahlen müssen). Darüber hinaus wird aufgrund der Delta Variante Kinderbetreuung fehlen; teilweise, weil Bildungs- und Betreuungseinrichtungen noch geschlossen sind, bzw. die Öffnung noch nicht als verlässlich betrachtet wird. Teilweise weil andere Familienmitglieder versorgt werden müssen.

    Wenn man etwas mehr aus der Distanz auf den Arbeitsmarkt schaut, dann liegt das Problem zum großen Teil auch in einem breiten und plötzlich stattfindenden Lifestyle-Wandel begründet. Es gibt 10 Mio. offene Stellen und 8.4 Mio. Jobsuchende – wie passt das zusammen? Hier kommt die Flexibilität der Amerikaner, sowie die Bereitschaft zum „downsizing“ und zusammenrücken ins Spiel. Vielen ist die Lebensqualität wichtiger geworden als der Job. Sie rücken in der Familie enger zusammen, mehrere Generationen unter einem Dach, oder „down sizen“ und sparen dadurch z.B. an der höchsten Kostenbelastung – der Miete.

    Aktuell gibt es so viele Firmengründungen wie nie. Viele versuchen sich durch die Gründung von Micro-Unternehmen – Ich AGs – vom Arbeitsmarkt unabhängig zu machen. Damit stehen die Firmen, Restaurants, Hotelbetriebe, der ganze Servicesektor vor einem Problem, dass sich nicht einfach mit höheren Löhnen, oder dem Wegfall von Sozialleistungen lösen lässt. Unternehmen, die Flexibilität anbieten können und wollen gehören zu den Gewinnern, oder auch solche, die auf Automation/Produktivkapital setzen. Langfristige Investitionen waren noch nie die Kernkompetenz amerikanischer Unternehmenslenker, die den kurzfristigen Profit (und damit die eigene Tasche), oder auch eher den „Exit“ im Blick hatten. Zwingt der aktuelle Wandel des Arbeitsmarktes die Unternehmen auf Kapital anstatt Arbeit zu setzen? Sollte das so sein, dann stehen Amerika Jahre der Investitionen in Produktivkapital bevor und damit einhergehend eine Produktivitätssteigerung, welche die U.S.A. auch abseits des Technologiesektor auf dem Weltmarkt wieder konkurrenzfähig machen könnte.

    Es bleibt wie immer spannend!

    Ihnen einen erfolgreichen und spätsommerlichen September,

    Ihr Jürgen Nott

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