Marktkommentar Oktober 2021

Infinigon Portfoliomanagement Kommentar zur aktuellen Marktsituation

von Jürgen Nott

31. Oktober 2021

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    Im aktuellen Umfeld werden wir uns auf unsere Kompetenzen im Portfoliomanagement fokussieren und wie bereits in der Finanzkrise versuchen die Herausforderungen zu meistern, aber auch Chancen und Opportunitäten zu nutzen.

    Als krisenerprobter Manager werden wir alles daran setzen, Sie erfolgreich durch diesen Sturm zu begleiten. Das konnten wir bereits zur Finanzmarktkrise 2008/2009 für unsere Investoren unter Beweis stellen.

    Wir werden unsere Investoren und alle Interessenten über die aktuelle Marktlage der CLO Wertpapiere auf dem Laufenden halten.

    Marktkommentar vom Infinigon Portfoliomanagement

    Im Oktober sahen wir mehr Aktivität in den Primär- wie auch den Sekundärmärkten. Die globalen Marktbewegungen der anderen Finanzmärkte haben die CLO-Spreads nur bedingt und nur auf der Primary-Seite beeinflusst – es gab eine leichte Ausweitung im Mezzanine-Bereich. Das Gleichgewicht des Marktes wird weiterhin vom Angebot-Nachfrage-Verhältnis bedient. Hier spielt -wie auch in den letzten Monaten- die Option durch CLOs an steigenden Zinsen zu partizipieren eine Rolle.

    Schwache Rentenmärkte in Europa am langen Ende führten bei den CLO-Tranchen, wie wir von Handelspartner gehört haben, zur Reduzierung des Wertes des Euribor-Floors. Dieser Effekt machte rund 5BP aus.

    In den USA wurde die erste CLO-Transaktion emittiert, die an die SOFR (Secured Overnight Financing Rate) geknüpft ist. Die SOFR soll die bisherige Benchmark Libor in den nächsten Jahren ersetzen.

    Es gab sehr wenig Ratingmigration bei den CLO-Tranchen, was wir darauf zurückführen, dass die „Post Pandemie Rating Korrekturen“ auslaufen.

    Wir haben das Marktumfeld genutzt, um selektiv Gewinne bei High-Yield und CLO-Equity mitzunehmen sowie geringe Volatilitäten, um High Grade Papiere zu attraktiven Spreads einzusammeln.

    CLO-Rendite

    Die durchschnittlichen Renditen pro Ratingkategorie waren wie folgt:

    Trading-Aktivitäten

    Die Sekundärmärke waren im Oktober weiterhin aktiv in allen Ratingkategorien. Die CLO-Spreads auf dem Sekundärmarkt blieben etwas enger im Vergleich zu Primary.

    CLO-Neuemissionen und Refinanzierungen

    Die Neuemissionen in Europa haben eine Rekordhöhe erreicht – YTD über 30 Mrd. Euro. Im Oktober haben 13 CLO-Neuemissionen mit ca. 5,5 Mrd. Euro, 9 Resets mit 3,7 Mrd. Eur und 4 Refinanzierungen mit 1,1 Mrd. Eur gepreist. Seit Jahresanfang gab es 76 Neuemissionen mit ca. 31,1 Mrd. Eur., 56 Refinanzierungen mit 17,2 Mrd. Eur. und 92 Resets mit 38,9 Mrd. Eur.

    Im Oktober gab es in den USA 40 CLO-Neuemissionen mit einem Volumen von ca. 19,8 Mrd. USD und 57 Re-Issue/ Refinanzierungen / Resets mit insgesamt ca. 24,4 Mrd. USD. YDT gab es 298 Neuemissionen mit $ ca.147 Mrd., 10 Re-Issue, 256 Refinanzierungen und 226 Resets mit insgesamt ca. $219 Mrd.

    CLO Besicherungspools (besicherte Unternehmenskredite)

    Die Kreditmärkte (Loans) sind im Oktober leicht negativ gelaufen.

    Der Euro Kreditpreisindex zeigt eine leicht negative Performance für Oktober ca. -0,16% und YTD +1,22% (S&P ELLI). In den USA beträgt die Veränderung im Oktober 2021 ca. -0,08% (S&P LSTA) und YTD +2,42%.

    Das Total Return im Oktober war dabei positiv mit +0,21% in Europa und + 0,27% in den USA.

    Während es in Europa im Senior Secured Loan Markt keine Defaults gab, ist die 12-Monate rollierende Default-Rate in den USA – im Vergleich dazu Stand September 1,3%- weiterhin auf 0.6% gesunken.

    Kommentar vom CIO Infinigon, Christiane Wenzel

    Bereits Ende September zeigten die globalen Finanzmärkte mit steigenden Zinsen, volatilen Aktienmärkten, Evergrand, Rekordpreise bei traditionellen Energieträgern, ein Spannungsfeld. Die Frage ist: „Wie passen die Risikoprämien zu normalisierten Wachstumsraten, Zuliefererprobleme, steigende Preise und die schwelende Pandemie zusammen“? Auch wenn die Finanzmärkte diese Themen aktuell “weggepuffert“ haben, so wird es spätestens 2022 wieder in den Fokus kommen.

    Was unsere Handelsaktivitäten betrifft, so haben wir das etwas volatilere Marktumfeld zur individuellen Anpassung unserer Mandate genutzt. Einerseits haben wir Kursgewinne im CLO Equity Bereich, die aus Opportunitätskäufen in 2020 stammen, mitgenommen. Diese Gelder haben wir unter anderem in “Liquiditätsparker“ der Bonität AAA bei Renditen von +0,60 % bis 0.80 % investiert.

    Im A und BBB Ratingbereich konnten wir aufgrund unserer Erfahrung und Trading-Taktik für unsere Kundenpapiere mit einem Renditeaufschlag von 20-30BP über Marktniveau erwerben.

    Wir sehen uns damit bis zum Jahresende gut positioniert, um die Renditeerwartungen zu erfüllen sowie sich möglicherweise ergebende Chancen nutzen zu können.

    Quellen: Moody’s, S&P, Morgan Stanley, Citi, JP Morgan, Deutsche Bank, Bloomberg, Bank of America
    Die enthaltenen Aussagen zur Marktlage stellen unsere eigene Ansicht der geschilderten Umstände dar. Hiermit ist weder eine Allgemeingültigkeit noch eine Anlageberatung oder -empfehlung verbunden.
    nott’s notes

    Jürgen Nott, CEO von Infinigon, lebt und arbeitet seit 2005 in New York City und findet im Alltag von „Big Apple“ immer wieder überraschende Parallelen zur Makro-Ökonomie, über die er hier berichtet.

    Jürgen Nott, CEO von Infinigon, lebt und arbeitet seit 2005 in New York City und findet im Alltag von „Big Apple“ immer wieder überraschende Parallelen zur Makro-Ökonomie, über die er hier berichtet.

    Lieber zocken in Colorado als arbeiten in Downtown NYC

    Mehr offene Stellen als Stellensuchende und eine Unemployment Rate von 4.6%. Eine ungewohnte Situation in den USA – und die Frage, wo die Arbeitskräfte sind, die es vor der Pandemie gab.

    Die Fed klammert sich bei ihrer Argumentation an das ihr vorgegebene Ziel der Vollbeschäftigung, um die Geldschleusen nicht schneller und konsequenter zu schließen.

    Der Jobmarkt zeichnet jedoch ein anderes Bild. Es gibt mehr offene Stellen als Stellensuchende (Unemployment Rate 4.6%), Löhne und Gehälter sind so stark gestiegen wie seit Jahrzehnten nicht mehr, Amerikaner wechseln Jobs wie nie zuvor und sitzen auf 2.3 Billionen USD mehr Cash als es vor der Pandemie zu erwarten gewesen wäre. Das Guthaben auf den Bankkonten (Checking Accounts) ist im Juli 50% höher als in 2019 (Quelle: JP Morgan Chase Institute).

    An allen Ecken und Enden fehlen Arbeitskräfte. Nicht nur im Niedriglohnsektor, sondern auch in akademischen Berufen wie im Medizinsektor und der Finanzindustrie.

    Wo sind die Menschen, die vor der Pandemie dem Arbeitsmarkt zur Verfügung standen?

    Vielen Menschen haben durch die Pandemie Zeit, Kapital („gefühlt“) sowie die Technologie, um von jedem Winkel der USA in Crypto, NFTs und in den traditionellen Finanzmärkten zu (nennen wir es mal) investieren. Millionen Anleger, die vielfach Neueinsteiger sind, haben bisher nur steigende Kurse gesehen.

    Dazu gibt es noch das Gemeinschaftsgefühl, hervorgerufen durch Social Media, die „Reddits“ dieser Welt, sowie der Crypto-Bewegung, die sich letztes Wochenende in New York City selbst gefeiert hat.

    Im Umkehrschluss läuft die FED-Strategie Jobs durch weiterhin billiges Geld zu schaffen ins Leere. Und es müssten geldpolitische Maßnahmen ergriffen werden, um die Glücksritter wieder in Lohn und Arbeit zu bringen. Zum Beispiel durch das Zulassen von nachhaltigen Marktverwerfungen, Kapital zu verteuern, Besteuerung und Regulierung im Crypto und NFT Bereich, oder eben auch Inflation, die dann mehr und mehr im realen Leben spürbar wird.

    Was wird wohl politisch der einfachere Weg sein?

    Quellen: Moody’s, S&P, Morgan Stanley, Citi, JP Morgan, Deutsche Bank, Bloomberg, Bank of America
    Die enthaltenen Aussagen zur Marktlage stellen unsere eigene Ansicht der geschilderten Umstände dar. Hiermit ist weder eine Allgemeingültigkeit noch eine Anlageberatung oder -empfehlung verbunden.
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