nott’s notes

Jürgen Nott, CEO von Infinigon, lebt und arbeitet seit 2005 in New York City und findet im Alltag von „Big Apple“ immer wieder überraschende Parallelen zur Makro-Ökonomie, über die er hier berichtet.

Was tut sich in den USA – 31.03.2021

Ein Beitrag von unseren CEO Jürgen Nott, der in USA (New York) seinen Sitz hat.

von Jürgen Nott

31. März 2021

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    Die Zeichen stehen auf “vorwärts” – Amerika im „Impf Hype“

    Letzte Woche gab es einen neuen Impfrekord, 4 Millionen Shots/Tag.

    Es war “Spring Break” und wir haben die Gelegenheit genutzt – unter Wahrung der Quarantänevorschriften – uns von New York City Richtung Norden nach Vermont aufzumachen. Egal ob an der Tankstelle, in Restaurants (zum Take-Out), in der Hotellobby oder beim Anstehen am Skilift (streng nach Social Distancing geordnet) sowie auch bei unseren Geschäftspartnern an der East und West Coast – der Small Talk geht nur noch ums Impfen. “Hey how are you – did you get your shot”, “I got my first one”, “how did you get your appointment”, “man – my second shot really hit me”…… und so weiter. Aber immer klingt auch ein gewisser Stolz heraus dabei zu sein, seinen Teil beizutragen das Virus zu stoppen. “I did my part.”

    Das hat mir wieder vor Augen geführt, nachdem mir der Glaube daran die letzten Jahre fast abhandengekommen ist, was eine der großen Stärken der Amerikaner ist. Sie sehen sich als Teil einer Community, eines Größeren, eines Landes und Staates. Bei aller Differenzen.

    Biden kann damit beides Gelingen, die Demokratie nach 4 Jahren der Untergrabung zu stärken, indem alle Amerikaner wieder das Gefühl haben, dass es ihnen besser geht als unter seinem Vorgänger. Der Staat kümmert sich und verringert die gefühlte Chancenungleichheit. Versucht aber insbesondere das zerrissene Land wieder zu einen und auf den gemeinsamen Nenner zu bringen – am Ende sind „wir“ alle Amerikaner.

    Hier steht eine mögliche Überwindung der COVID-Krise der Mondlandung nicht nach.

    Es kann heute wie damals zu einer Euphorie führen, als Amerikaner gemeinsam eine Bedrohung (gestern “den Russen” – heute COVID) überwunden haben. Das kann in einem kollektiven Glücksgefühl münden, welches in Verbindung mit “gefüllten Taschen” einen wahren Konsumrausch und damit längerfristigen Aufschwung auslöst. Biden versucht das Kunststück, dass auch Merkel gelang – die Mitte zu besetzen. Dabei muss er zum einen die “Linken” und “Grünen” mitnehmen (da macht er den Kretschmann), aber auch dem mitte-rechts Flügel zeigen, dass er auch “hart” kann und für amerikanische Werte (wenn auch nur gefühlt) steht.

    Wenn Biden das gelingt und „die Mitte“ besetzt werden die Demokraten vom Rechtsruck der Republikaner auf Jahre hinaus profitieren.  Ich persönlich glaube, dass hier eine immense Chance liegt Kapitalismus und seine Folgen sowie Demokratie wieder in Einklang zu bringen.

    Ihnen alles Gute

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