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Ich hoffe dass Sie, liebe Leser, alle gut ins neue Jahr gestartet sind!

In den letzten Wochen hatte ich die Gelegenheit mit Amerikanern aus verschiedensten Teilen des Landes zu sprechen. “White Collar” und “Blue Collar” Arbeiter, Bewohner ländlicher Regionen und Besucher aus anderen US-Städten.

Alle eint, dass dem Trump Schock der amerikanische Pragmatismus folgt – er ist jetzt unser Präsident und wir müssen das Beste daraus machen.
Dazu kommt der typische Optimismus, der sich wohl am besten so beschreiben lässt: Amerikaner sehen das Glas lieber halb voll als halb leer. Um einen Bekannten von mir zu zitieren: “I always see the glass half full and if I see it half empty – I simply add an ice cube” – diesen Spruch hörte ich als wir über Trump sprachen, den er persönlich kennt.

Auch eint alle dass sie zwar politisch nicht immer auf einer Linie mit den zukünftig ernannten Politikern liegen aber ihnen trotzdem großer Sachverstand zugestanden wird. Auf die Frage ob Trump abgesetzt werden kann (wie in Deutschland durch Misstrauensvotum) gibt es das “impeachment”, das aber zur Folge hat das sein mindestens genauso umstrittener Vize Pence das Ruder übernimmt. Es gab den Fall im Zusammenhang mit Bill Clinton, Andrew Johnson und Richard Nixon (nicht erfolgreich, da er vorher das Amt niederlegte) – wer es nachschlagen möchte.

Die große Frage aus meiner Sicht wird sein: Kann Trump den „confidence joker“ ziehen und durch Vertrauen in seine Politik Investitionen im großen Maßstab auslösen oder führt seine Unberechenbarkeit genau zum Gegenteil: die Unternehmen machen die Taschen zu und die Wirtschaft steuert auf eine Rezession zu? Aktuell sind alle Szenarien denkbar – aber hier sehe ich es wie die Amerikaner: das Glas ist halb voll solange es nicht halb leer ist (und zur Not habe ich genug Eiswürfel im Kühlschrank).
In diesem Sinne einen guten Start ins Trump Jahr 2017